Steve Jobs

Steve Jobs

Auf der Apple-Startseite gedenkt man dem großen Gründer.

Nun ist er tot, das Genie, der  revolutionäre Vordenker, der iGod, der Technik-Visionär oder wie ihn sonst viele nannten. Steve Jobs, bis August 2011 CEO von Apple und gerade dadurch mehrfacher Milliardär, erlag dem Krebs am 5. Oktober in seiner Heimatstadt Palo Alto, Kalifornien. Seit 2004 hatte Jobs an Bauchspeicheldrüsenkrebs gelitten. Immer wieder hatte es die Hoffnung gegeben, Jobs sei geheilt. Zuerst war ihm ein Teil der Bauchspeicheldrüse entfernt worden. Da wusste Jobs bereits, dass er ‘nur’ an Inselzellen-Krebs, einer sehr großen Ausnahmeform des Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt war, die im Gegensatz zum ‘normalen’ Krebs deutlich weniger aggressiv verläuft und auch nur den Bereich der Bauchspeicheldrüse betrifft, der Hormone produziert. Doch am Ende hatte es alles nichts geholfen. Nachdem Jobs 2009 eine neue Leber transplantiert bekam, dauerte es nach seinem Rückzug aus dem Apple-Geschäft im August 2011 keine zwei Monate mehr, bis Jobs diese Welt verlassen hatte.

Geld ist eben doch nicht alles

Seitdem öffentlich bekannt ist, dass Steve Jobs tot ist, hat Apple auf seiner Startseite ein schwarz-weißes Bild seines Mitbegründers eingebettet. Es steht da ganz allein, nur die Lebensdaten sind nebenan zu sehen, und sein Name: Steve Jobs. Es ist ein Bild der Nachdenklichkeit, das da prangt. Ein Bild, das auch uns dazu animieren könnte, ja vielleicht animieren muss nachzudenken. Über das Leben. Über Geld. Und dass Geld nicht immer bedeutet ein glückliches Leben führen zu können. Denn bei all den Milliarden, die Steve Jobs in seinem Leben verdient hatte, konnte er eines nicht: sich retten. Die Medizin ist noch nicht weit genug, um so mächtige Formen wie den Bauchspeicheldrüsenkrebs überhaupt und schon gar nicht endgültig zu heilen. 95% der Menschen, die daran erkranken, sterben. Vielleicht nicht sofort, sondern erst wenn zum zweiten oder dritten Mal Krebszellen festgestellt werden und die Tumoren metastasieren. Und doch steht man dem hilflos gegenüber und kann nichts tun, die Ärzte nicht, die Betroffenen nicht und die Angehörigen am wenigsten. Wenn es anders wäre, wieso hätte Steve Jobs sterben sollen? Wer bitte hätte sich denn bessere, teurere Ärzte leisten können, als er? Doch er hatte keine Chance mehr und wusste es zum Schluss vermutlich auch.

Doch neben dem großen Business-Leben als unantastbarer Chef eines sich zum Weltkonzern entwickelnden Unternehmens, hatte Jobs nicht vergessen ein Privatleben zu besitzen und es zu hegen. Jobs hätte darüber niemals persönlich gesprochen, doch die Worte einer Nachbarin der Familie Jobs sah den Steve, der sonst der große Mann war, als ganz normalen Typen. Für sie war Jobs ein liebevoller Vater, ein Mann, der gerne lange spazieren ging und auf den Elternabenden seiner Kinder persönlich erschien. Für ihn war die Welt des Geldes nicht so attraktiv, dass er sich ihr alleine hätte hingeben wollen. Wo viele Menschen nach Reichtum streben und dafür ihr restliches Leben aufgeben würden, konnte keine Milliarde Jobs davon abbringen für seine Familie da zu sein und sie sein Leben bereichern zu lassen. Das ist der Punkt, an dem Geld seine Bedeutung verliert, weil es zwar materiell reich machen kann, aber keine Gefühle hat.

Wenn wir nun die großen technischen Visionen des Steve Jobs, um den iPod, das iPhone oder das iPad anpreisen und ihn zu einem zweiten Einstein küren, ist das also nicht nur im materiellen Sinne übertrieben – wir schaffen damit auch ein lückenhaftes Bild eines Menschen, der uns eigentlich viel mehr zeigen kann, als, dass Technik schick designt und funktional sein kann. Er kann zeigen und hat es gezeigt, dass bei allem, was dem Menschen passiert, der Gedanke an den Tod das ist, was einen am meisten nach vorne bringen kann. Im Jahr 2005 sagte er vor den Absolventen der Stanford University:

Mich zu erinnern, dass ich bald tot sein werde, war für mich das wichtigste Werkzeug, das mir geholfen hat, alle diese großen Entscheidungen zu treffen. Weil fast alles – alle äußeren Erwartungen, der ganze Stolz, die ganze Angst vor dem Versagen und der Scham – diese Dinge fallen einfach weg angesichts des Todes und es bleibt nur mehr das, was wirklich wichtig ist. Sich zu erinnern, dass man sterben wird, ist der beste Weg, den ich kenne, um der Falle zu entgehen und zu glauben man hätte etwas zu verlieren. Du bist bereits vollkommen nackt. Es gibt keinen Grund, um nicht seinem Herzen zu folgen.

Und Steve Jobs folgte seinem Herzen und starb bei seiner Familie. Der Gedanke an den Tod, war für ihn mehr als ein Ansporn das richtige zu tun. Er war Realität, mehrfach. Am Ende eine unausweichliche. Und doch hat er auf sein Herz gehört, das ihm das Wesentliche gezeigt hat. Daran änderte kein Penny, den er je verdient hatte, etwas. Wenn wir also fortan an Steve Jobs denken, so sollten wir doch nicht nur an die Dinge denken, für deren Verkauf er den Weg ebnete, die uns heute so smart erscheinen und einem weltweit erfolgreichen Unternehmen weitere Milliarden in die Kassen spülen – wir könnten doch einfach auch einmal an einen Mensch denken, der groß genug war den Erfolg hinter das zu stellen, was sein Herz ihm sagte. Und das ist wahre Größe. Im ganz immateriellen Sinne.

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