Schattenzeit

Wenn die Endstation „Verzweiflung“ heißt

Psychiatrische Klinik der Charité Berlin

Psychiatrische Klinik der Charité Berlin. Vor der Klinik sehen wir Mona mit einer Mitpatientin spazieren. Quelle: Gregor Theus

Schales Neonröhrenlicht beleuchtet einen Gang der Psychiatrischen Klinik der Berliner Charité. Der Zuschauer sieht niemanden dort entlanggehen, denn es ist mitten in der Nacht, zumindest in der Hauptstadt und in diesem Moment. Ein so schlichtes Standbild – und doch geht eine gewisse Kälte und Sterilität von ihm aus. Man glaubt gar, dass dieses Bild schöne Gefühle absorbieren könnte. Doch dafür sind Olaf, Maria und Mona nicht in der Charité. Sie wollen das Gegenteil, denn die ständige Gefühllosigkeit haben sie lange genug ertragen müssen.
„Schattenzeit“ heißt der Film, den Gregor Theus in insgesamt fünf Jahren produziert hat. Drei der schlimmsten Fälle, die eine Depression annehmen kann, hat Theus zum Thema seines Werks gemacht. Sein Film war vor einigen Tagen erstmals auch im Mannheimer Atlantis-Kino zu sehen. Das eigentlich Besondere an diesem Tag ist, dass Theus als Filmemacher selbst vor Ort ist. Und er warnt  direkt – was man nun zu sehen bekäme, seien die extremen Auswüchse der Depression. An eine Psychotherapie sei bei den Patienten noch nicht zu denken, jeder medikamentöse Versuch gescheitert. Ein Schlucken im Publikum ist zu vernehmen, doch viel Zeit zum Nachdenken bleibt nicht, denn das Saallicht ist schon erloschen.

Ein Film der tiefen Menschlichkeit

Die ersten Sekunden des Films sind vergangen und sehr schnell wird klar: Hier handelt es sich nicht um eine der klassischen Dokumentationen, bei denen vor allem einer einen großen Redeanteil hat: der Sprecher. „Schattenzeit“ hat keinen Sprecher, es gibt keine Kommentare. Olaf spricht für sich und über sich selbst. Umso schockierender ist es, dass er uns gleich in der erste Minute mit einem unfassbaren Ernst in der Stimme mitteilt, dass er nach einer Zeit der Leere selbst nicht mehr wusste warum er eigentlich noch lebt. Ein Gedanke, wie er in der trockenen Art, auf die ihn Olaf zur Sprache bringt, unausweichlich erscheint.

Olaf als Boxtrainer

Olaf als Boxtrainer.

Wir lernen Olaf als einen Boxtrainer kennen, einen Mann, der seine jungen Sportler anspornt, hart rannimmt und in ihren Kämpfen nach vorne peitscht. Wir sehen in diesen Momenten alles, aber niemanden, dem wir zutrauen würden, tief verzweifelt zu sein oder gar über Selbstmord nachzudenken.

Olaf als Patient

Olaf als Patient in der Charité Berlin. Quelle: Gregor Theus

Doch wenige Augenblicke später sehen wir Olaf wieder in der Charité, auf dem Stuhl sitzend, im Krankenbett liegend, wie er sich zusammenkauert, mehr an der Kamera vorbei- als hineinsieht und dabei so unglaublich verletzlich wirkt. Olaf erzählt uns, dass ihn ein Unfall in seine Depression stürzte. Auf Montage sei er stets gewesen, habe seine Familie gut ernähren können und habe damit ein glückliches Leben geführt.

Depressive als Ausgegrenzte der Gesellschaft

Und dann dieser fatale Verkehrsunfall. Sein Unfallgegner war mit Alkohol im Blut unterwegs, doch das half Olaf auch nichts. Sein Knie war so stark geschädigt, dass die Arbeitsunfähigkeit unumgänglich war. Mit der Ohnmacht gegenüber seiner Verletzung kam auch der soziale Rückzug, dazu gesellte sich die Schlaflosigkeit. Einst musizierte er, trieb auch selbst Sport – all das gab er nach und nach auf. Bald hängte er sich ein Seil in sein Schlafzimmer. Für den Fall, dass Olaf sich umbringen wolle, durfte seine Frau  es neun lange Monate nicht abhängen. Im Film erfahren wir, wie spät er erst begriffen hat, was er seiner Familie damit antat. Aber die Angst einer Behandlung war am Anfang einfach noch zu groß.

Es wirkt wie Folter, doch bringt Linderung

„Wenn du einen kaputten Fuß hast, dann gehst du zum Chirurgen. Aber wenn du innerlich leidest, gehst du nicht zum Psychiater.“ Die Angst vor der „Klapse“, davor in der Öffentlichkeit als Irrer zu gelten, lähmte ihn. Und doch entscheidet sich Olaf eines Tages dazu, sich selbst in die Charité einzuweisen. Das Mittel, das ihm helfen soll, heißt Elektrokonvulsionstherapie, kurz EKT. Was im ersten Moment wie Folter wirkt, wird in der psychiatrischen Behandlung seit Jahrzehnten durchgeführt. Und dennoch ist die Vorstellung befremdlich, dass es helfen soll, einem Menschen Strom durch den Kopf zu jagen. Dass die Auslösung eines epileptischen Anfalls durch elektrische Stimulation bei Olaf aber tatsächlich eine Erlösung sein kann – das begreift man als Zuschauer, wenn er uns selbst von der heilenden Wirkung der EKT erzählt. Seine Worte schärfen unser Verständnis für Behandlungsmethoden, die wir mitunter für immer als abnormal bezeichnet hätten.
Es wirkt so ungespielt, wenn Olaf uns berichtet, dass er gerade in der Zeit, die er in der Charité verbrachte, so viel über sich lernen konnte und ihm klar wurde, dass er auch als Patient eine starke Person sein kann. Es sind diese immer wiederkehrenden Momente, die „Schattenzeit“ so besonders machen. Es ist ein Film, der nicht nur die Krankheit ‚Depression‘ beleuchtet sondern auch den Menschen, der darunter leidet. Theus‘ Film hat keine belehrende Zwischeninstanz, die uns verwehrt, einen eigenen Eindruck von Olaf zu gewinnen. Gerade diese Intimität der Gespräche und der Aufnahmen von sämtlichen Untersuchungen, die wir hautnah und ungeschönt zu sehen bekommen, ist es, die eine solche Nähe zwischen Olaf und dem Zuschauer herzustellen vermag. Sie kommt uns in ihrer unretuschierten Art fast unwirklich vor. Aber die Patienten bleiben nicht alleine. Auch Olaf ist nicht allein. Alle Stationspatienten, auch die Ärzte und Schwestern, sehen wir gemeinsam am Tisch sitzen und Kaffee trinken. Das Gefühl der Gemeinschaft, die warmen und tröstenden Worte von Patient zu Patient: Nichts davon lässt Gregor Theus hinten herunterfallen. Es sind berührende Bilder, die einem das Herz erwärmen.

Die Schwierigkeit der Annäherung

Ein bisschen diffuser gerät die Geschichte, als die Kamera uns nun Bilder der jungen Maria präsentiert. Studieren will die schlank gebaute Frau, die depressiv wurde und selbst nicht weiß warum. Ihr Krankheitsverlauf bleibt im Film der am schwersten zu fassende. Das liegt vor allem daran, dass wir aus Marias Privatleben praktisch nichts erfahren, ein konkreter Einblick in ihre Beschwerden und deren Ausmaß bleibt uns als Zuschauer verwehrt, auf ihren Wunsch hin. Das Gespräch mit einer der behandelnden Ärztinnen, in dem sie erzählt, wie sich ihre Depression den Weg bahnte, ist daher nur schwer nachvollziehbar. Sie habe lesen wollen, erzählt die zierliche junge Frau, doch sie habe die Fähigkeit dazu verloren. Jedes Buch sei ihr zu schwer geworden, auch zum Aufräumen war Maria nicht mehr in der Lage. In dieser situativen Verwirrung und Unfähigkeit den Moment mit einer sinnvollen Tätigkeit auszufüllen, habe sie ihr Gefühl für sich selbst verloren.

EKT-Behandlung in der Berliner Charité

Maria bei der EKT-Behandlung in der Berliner Charité. Quelle: Gregor Theus

Auch bei ihr werden wir abermals Zeuge der angewandten EKT, von der Maria uns erzählt: „Ich freue mich auf die Behandlung.“ Ein Satz, der, angesichts der Bilder der Behandlung, nur durch Marias Verzweiflung ernst genommen werden kann. Ihr hilft die Therapie, wieder ein Leben in Selbstbestimmung zu erlangen. Das geht sogar so weit, dass sie eines Tages ehrenamtlich als Kinderbetreuerin arbeiten kann. Aber es ist ihr altes Leben, in das sie zurückkehrt. Es ist voll Neuem und Unbestimmtem, das sie bewältigen lernen muss.

Manchmal ist der Tod näher als das Leben

Mona vor ihrem Eingriff

Mona vor ihrem OP-Eingriff in der Berliner Charité. Quelle: Gregor Theus

Doch der helle Fleck der “Schattenzeit”, er währt nur kurz. Schon schaut uns Mona in die Augen. Fast schwarz sind ihre Augenringe, das Gesicht ist eingefallen. Es dauert noch einige Minuten, bis wir von ihr erfahren, wieso sie so sehr leidet. Aber dass sie es tut, können wir ihr mühelos an der Kraft- und Hoffnungslosigkeit ihrer Gesten erkennen. Selbst die Züge an der Zigarette sind nur noch schwach, dafür aber häufiger. Schnell gewinnen wird den Eindruck, dass Mona sich vor ihrem persönlichen Abgrund befindet. Von ihrem Arzt nach dem eigenen Befinden gefragt, erzählt sie ihm und damit auch uns, dass sie inzwischen überhaupt keinen Antrieb mehr hat. Die Lust auf Sex ist ihr schon lange vergangen, ihre Stimmung sei maximal schlecht und auch konkrete Suizidpläne habe sie gefasst. Viel größere Verzweiflung ist in diesem Moment kaum vorstellbar, aber noch wissen wir nicht alles. Den Anfang ihrer Depression kann Mona sich nicht erklären, dafür aber ihre Schuldgefühle. Sie hat den Eindruck ihre Familie nur noch zu quälen, ihr eigenes Leid an sie weiterzugeben. Wie ein Löwe habe ihre Tochter für sie gekämpft, um ihr diesen einen Therapieplatz in der Charité zu sichern. Und dann ist da noch ihre Schwester, die Mona häufig besucht, ihr hilft, wo sie nur kann. Als Mona operiert wird, wollte ihre Schwester eigentlich verreisen. Und nun bleibt sie zu Hause, ihretwegen – für Mona ein nahezu unerträglicher Zustand der permanenten Schuld.

Der steinige Weg zurück in ein “normales” Leben

Ihr Leidensweg ist der härteste; er wirkt noch beschwerlicher als jener von Olaf und Maria. Denn was bei beiden Linderung brachte, war bei Mona ebenso wirkungslos wie die Medikamente – die EKT. Nach über 60 Behandlungen habe man die Therapie in gegenseitigem Einvernehmen beendet. „Was soll denn nun noch helfen?“, denkt man sich. Eine Möglichkeit gäbe es noch, sagt man Mona. Seit zwei Wochen könne man auch in Berlin die sogenannte Tiefenhirnstimulation durchführen, eine Operation, bei der das Hirn im Wachzustand unter elektrische Reize gesetzt wird. Mona selbst sagt: „Ich hab keine Angst vor der Operation“. Aber die Anspannung ist ihr deutlich ins Gesicht geschrieben, als sie Richtung OP-Saal geschoben wird. Gänzlich unretuschiert werden Mona vor unseren Augen die Haare vom Kopf rasiert, anschließend die Elektrode ins Hirn gesetzt. Zeitgleich mit Mona, die gerade zu sich kommt, erfahren wir, dass die Operation gut verlaufen ist, wenn auch nicht gleich mit dem gewünschten Erfolg. Sie müsse Geduld haben. „Einige sind gleich wie ausgewechselt, bei anderen dauert es zwei Jahre“, zitiert Mona ihren behandelnden Arzt, als sie sich mit Olaf unterhält. Sie soll nicht so ungeduldig sein, bläut ihr Olaf ein. Immerhin rede sie inzwischen viel mehr beim Abendbrot. Sie sei doch längst nicht mehr so verschlossen, wie anfangs als sie sich immer in ihrem eigenen Zimmer verkroch. Eine Besserung scheint sich also auch bei Mona eingestellt zu haben. Und dennoch – ob es für sie jemals wieder ein Leben geben wird, das wir gesunde Menschen als selbstverständlich bezeichnen würden, weiß sie nicht, als das letzte Standbild eingeblendet wird. Doch auch, wenn sie ihren Beruf als Krankenschwester nicht mehr antreten konnte: Eine Hilfe vermochte die Therapie ihr in jedem Fall zu sein: Eine Unterstützung wieder leben zu können und auch zu wollen.

Das große öffentliche Unverständnis bekämpfen

Gregor Theus sagt, er wollte gegen ein Tabu vorgehen, als er „Schattenzeit“ drehte. Ein Satz, den Theus energisch, aber auch mit einer gewissen Traurigkeit in der Stimme von sich gibt. Denn er impliziert, dass die Depression an und für sich ja noch immer tabuisiert ist. Daran haben auch Fälle wie jener von Robert Enke nichts geändert. Viel wurde versprochen. Man werde den Fußball ändern, die Sicht auf die Krankheit ‚Depression‘ werde sich wandeln – nichts ist geschehen. „Ich unterstelle einfach einmal, gemein wie ich bin, dass die Boulevardpresse nicht gerade ein Aufklärungsinteresse hat, wenn sie über solche Fälle berichtet. Es macht halt Auflage“ bringt es Gregor Theus auf den Punkt. Es ist ein Ausruf, der den Finger in wunde Punkte legt und die Sensationslust der Medien dokumentiert, die eine tatsächliche öffentliche Diskussion so intensiv gefordert hatten. Damit kritisiert Theus nicht nur die Boulevardmedien an sich. ‘Wo waren denn all die anderen Gremien, als Zeitungen wie BILD munter in Robert Enkes Privatleben herumstocherten?’ muss man sich fragen. Arbeiteten sie etwa ernsthaft daran, tatsächlich etwas zu verändern? Oder wollten sie nur die kurze Brisanz der Geschichte nutzen, um selbst ins Gespräch zu kommen? Es wirkt fast, als sei Letzteres eher zutreffend. Ansonsten hätte doch dafür gesorgt werden müssen, dass aufklärende Berichterstattung  über Depression gegenüber der Einmischung in die Intimsphäre der Familie Enke überwiegt. Komischerweise finde ich aber sogar noch heute (nur größtenteils mit inzwischen gelöschten Bildern) journalistische Glanzstücke, die sich mehr dafür interessieren, dass Enkes Therapeut Handballer war, dass Robert Enke einen Abschiedsbrief schrieb und was in diesem stand und natürlich wer seine besten Freunde waren, als dafür, wie man öffentlich mit Depressionen umgehen kann. So aber erreichte nur jene Dinge, die die Öffentlichkeit gar nichts angehen, ein Millionenpublikum.

Wie Institutionen ihre Prioritäten selbst konstruieren

Und ist dann einmal mit Gregor Theus jemand da, der ernsthaft Aufklärung betreiben möchte, läuft er gegen Wände. Einige geradezu frappierende Beispiele seien hierzu einmal kurz aufgeführt. Als Gregor Theus sich nach Förderern für sein Projekt umsah, nahm er auch Kontakt zum Bundesgesundheitsministerium auf. Nach langen Gesprächen dort wendete er sich an die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Die Verantwortlichen der BZgA speisten Theus damit ab, dass die Arbeitskräfte im Haus begrenzt seien, dafür müsse er Verständnis haben – man könne ja vielleicht in zwei Jahren noch einmal darüber sprechen. Selbst größte Zusammenschlüsse haben keinerlei Interesse an einer Zusammenarbeit mit Theus gezeigt. Über 80 E-Mails hat er an verschiedenste Organisationen, Vereine und Verbände gesendet. Weder von finanziellen noch materiellen Unterstützungen ließen sich die öffentlichen Stellen überzeugen. Am Ende finanzierte Theus sich seinen Film komplett selbst, jobbte stets, um weiter drehen zu können und überzeugte sein Team kostenlos zu arbeiten. Doch das hätte nicht sein müssen, wenn nicht der Eigennutz für so viele Organisationen die größte Hausnummer darstellen würde. Zwangsläufig entsteht der Eindruck, dass gerade jene Institutionen, die sich für Aufklärungsarbeit verantwortlich fühlen müssten, sich faktisch am wenigsten verantwortlich fühlen, wenn man sich Theus’ Geschichte vor Augen führt. Aber ich meine, warum sollten sie auch, bei dieser lächerlichen Anzahl von Gründen, die sie dazu veranlassen würde.

Noch weniger kann ich verstehen, dass sich bisher nicht einmal die Fernsehsender für Gregor Theus’ Film zu interessieren schienen. Lauthals prangerten dutzende von Journalbeiträgen in sämtlichen TV-Sendern die Missstände der Tabu-Haltung gegenüber Depressionen an, als tausende von Menschen sich in Kondolenzbücher für die Familie Enke eintrugen. Es wäre DIE Gelegenheit gewesen einem Werther-Effekt entgegenzuwirken, im Moment der Diskussion tatsächliche Aufklärung zu betreiben. Aber senden wollten sie den Film dann doch nicht. Wohlgemerkt: „Schattenzeit“ war zu der Zeit, als Robert Enke sich das Leben nahm bereits vollständig fertiggestellt. „Man hätte ihn sofort senden können“, sagt Theus mir mit etwas Verständnislosigkeit in der Stimme, „aber sie wollten nicht.“

Die positive Kehrtwende in Sicht

Jetzt wird „Schattenzeit“ am 24. Februar erstmals um 22:45 Uhr im RBB laufen.  Vielleicht kann dies der Medienlandschaft wenigstens einen kleinen Ruck versetzen und dazu animieren eine tatsächliche Öffentlichkeit für eine Krankheit zu schaffen, an der in Deutschland Millionen leiden, und vor der niemand wirklich sicher ist. Vielleicht brauchen wir gerade die Auseinandersetzung mit den extremen Fällen, die “Schattenzeit” uns präsentiert um zu verstehen, wie schnell die Depression auch uns erreichen kann. Bei Olaf war ein Unfall der Auslöser seiner Depression. Ein Unfall, vor dem kein Mensch, fahre er noch so vorsichtig, gefeit sein kann. Depressionen können jeden treffen. Und was macht gerade Sie so sicher, dass Sie nie eine Depression erleiden werden? Vielleicht wären Sie dann dankbar, wenn Sie nicht mehr der in der öffentlichen Meinung Ausgegrenzte wären, wenn es sie eines Tages betrifft. Denn noch trifft Gregor Theus es auf dem Punkt, wenn er beschreibt, dass “die produktive Leistungsgesellschaft in [Depressiven] Verlierer, die nicht mit ihrem Leben klar kommen” sieht.  Aber das kann sich ändern, es kann sich so weit ändern, dass irgendwann einer Mehrzahl der Menschen bewusst ist, dass depressiven Menschen “krankheitsbedingt der Antrieb [fehlt], etwas gegen ihre Krankheit zu unternehmen.” Mit unserem Verständnis können wir diesen Menschen das Leben nur erleichtern, und jeder kann dazu beitragen.
Doch auch nach der TV-Ausstrahlung wird Gregor Theus weiter von Kino zu Kino reisen, um seinem Publikum die Depression verständlicher zu machen. Denn wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg eben zum Propheten.

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3 Antworten auf Schattenzeit

  1. Wann geht es hier endlich weiter??? :( ((

  2. Moai sagt:

    Danke für diesen Beitrag. Ich bin selbst psychisch schwer krank und wundere mich über die völlige Verständnislosigkeit so vieler Zeitgenossen.

    • Markus Mertens sagt:

      Dann wissen Sie ja genau wovon ich spreche. Jetzt müsste es nur noch mehr Menschen geben, die sich auch einmal dazu bereit wären ihre Vorurteile infrage zu stellen und die wahren Gründe und Auswirkungen psychischer Erkrankungen zu begreifen. Und gerade diese Bereitschaft vermisse ich bei so vielen Menschen. Vielleicht ist es wirklich eine Frage von Zeit und Hartnäckigkeit. Ich freue mich jedenfalls, dass ich Ihnen mit meinem Beitrag etwas geben konnte!

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